Das entscheidende, letzte Spiel um die Deutsche Meisterschaft, der Trainer vertraut dir, stellt dich in die Startformation, wir gewinnen 2:1 gegen Cottbus – und der VfB Stuttgart holt sich die Schale, den Titel, diesen wahnwitzigen Triumph. Das Stadion tobt, die Leute flippen aus vor Freude.
Wir haben es also wirklich geschafft!
Ja, an diesem Samstag, den 19. Mai 2007, da ist für uns alle ein Traum in Erfüllung gegangen.
Dann dieses Freudenfest in der Stadt. Wir kommen mit dem Autokorso kaum durch die Menschenmassen, benötigen Stunden für die paar Kilometer vom Stadion zur Innenstadt. Fast eine Viertelmillion Menschen sind auf den Beinen, feiern uns, wollen uns sehen, sie jubeln, sie singen, sie rufen unsere Namen.
Niemals hätte ich gedacht, einmal so etwas erleben zu dürfen – und vor allen Dingen Teil des Ganzen zu sein. Ich bin nicht nur stolz, überglücklich und zufrieden, sondern vor allen Dingen bin auch dankbar für dieses Erlebnis, für diesen aberwitzig geilen Empfang und die Stimmung.
Bis weit nach Mitternacht ging die Fete mit den Fans, danach war natürlich nicht Schluss, sondern Party angesagt. Und jetzt? Bin ich ein wenig heiser, immer noch aufgekratzt, nach wie vor total unter dem Eindruck der Geschehnisse. Ich weiß nicht wie lange es dauern wird, bis jeder von uns wirklich begriffen hat, was da passiert ist. Ich jedenfalls verarbeite noch, versuche es einzuordnen, dieses stille Genießen setzt jetzt erst ein. Und wir alle wissen, dass jetzt noch nicht Schluss ist, sondern dass schon am Samstag ein weiterer Höhepunkt unserer Karriere ansteht: das Pokalfinale.
Nie zuvor hat der VfB das Double geholt, wir können jetzt gegen Nürnberg also etwas Einmaliges schaffen. Etwas Einzigartiges für uns, die Fans, den Verein, die Region und die Stadt. Also: Schluss mit Feiern. Ausruhen, trainieren, Konzentration – und das Pokalfinale gewinnen. Es kann doch nicht sein, dass wir innerhalb einer Saison zum dritten Mal gegen den Club aus Nürnberg verlieren.
Nein, wir wollen – und wir holen uns nach der Schale jetzt auch diesen Pott.
Drückt uns die Daumen, bis dann,
euer
Marco


Bilder: Fotoagentur Witters und Blick